In knapp zwei Wochen ist es so weit: Am 13. Oktober 2026 endet der Support für Office 2021. Betroffen sind laut Microsoft sowohl die Volumenlizenz-Variante Office LTSC 2021 als auch die Kaufversionen wie Office Home & Business 2021, die in vielen kleineren Betrieben auf den Arbeitsplätzen laufen – dazu Visio LTSC 2021 und Project 2021. Der Stichtag fällt auf denselben Tag wie das Ende des ersten ESU-Jahres für Windows 10 und geht deshalb leicht unter.
Was sich ändert, ist schnell gesagt: Word, Excel und Outlook starten auch am 14. Oktober noch ganz normal. Microsoft liefert aber keine Sicherheitsupdates, keine Fehlerkorrekturen und keinen technischen Support mehr. Jede Schwachstelle, die danach bekannt wird, bleibt offen. Das ist bei Office kein theoretisches Problem – präparierte Dokumente und E-Mail-Anhänge gehören seit Jahren zu den häufigsten Einfallstoren, und genau diese Programme öffnen sie.
Der wichtigste Unterschied zu Windows 10: Es gibt keinen Aufschub. Microsoft schreibt ausdrücklich, dass für Office 2021 weder eine Verlängerung noch Extended Security Updates angeboten werden. Die Option, sich mit Geld ein weiteres Jahr zu kaufen, existiert hier nicht. Hinzu kommt die Compliance-Seite: Microsoft selbst weist darauf hin, dass der Weiterbetrieb Sicherheitsrisiken erhöht und Compliance-Anforderungen berühren kann – ein Punkt, der bei Cyber-Versicherungen, Kundenaudits und NIS2-Pflichten regelmäßig abgefragt wird.
Microsoft nennt zwei Wege. Der erste ist der Wechsel zu Microsoft 365 Apps, also dem Abonnement, das laufend aktualisiert wird und in Plänen wie Microsoft 365 Business Standard oder Business Premium enthalten ist. Lizenziert wird pro Benutzer, nicht pro Gerät – wer ohnehin Exchange Online oder Teams nutzt, hat die Apps je nach Plan womöglich schon bezahlt, ohne sie zu installieren. Der zweite Weg ist Office LTSC 2024 als Einmalkauf über Volumenlizenz, eine Lizenz je Gerät, mit Support bis Oktober 2029. Microsoft positioniert diese Variante allerdings ausdrücklich für Sonderfälle: Geräte ohne Internetzugang, Steuerungsrechner in der Fertigung, regulierte Systeme, die keine Funktionsupdates vertragen. Neue Funktionen kommen dort nicht nach, und in drei Jahren steht dieselbe Frage erneut an.
Für die Praxis heißt das: zuerst zählen. Auf welchen Rechnern läuft Office 2021, in welcher Edition, und welche Microsoft-365-Lizenzen sind bereits vorhanden? Danach die Stolpersteine prüfen – Excel-Makros, Add-ins der Branchensoftware, Schnittstellen zur Warenwirtschaft oder zum DMS. Microsoft empfiehlt selbst, geschäftskritische VBA-Makros und Add-ins von Drittanbietern vor dem Umstieg zu testen. Der eigentliche Wechsel ist technisch überschaubar; aufwendig wird er nur, wenn solche Abhängigkeiten erst am Umstellungstag auffallen.
Zwei Wochen reichen nicht mehr für ein sauberes Projekt, aber für eine belastbare Bestandsaufnahme und einen Zeitplan, der die Lücke klein hält. Wir prüfen mit Ihnen, welche Arbeitsplätze betroffen sind, welche Lizenzen schon vorhanden sind und welcher Weg sich für welchen Rechner rechnet. Sie sind unsicher, welche Office-Version bei Ihnen im Einsatz ist? Sprechen Sie uns an – das lässt sich schnell klären.
